Leben mit
chronischer
Nierenerkrankung

Frau und Mann tanzen und lachen

Auch kleine Schritte führen zum Erfolg

Wenn eine chronische Nierenerkrankung diagnostiziert wird, ist es besonders wichtig, die Nieren vor weiteren Schäden zu schützen. Ihre Organe arbeiten in Wechselwirkung und können sich sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Mit einer Veränderung Ihrer Lebensgewohnheiten können Sie auch selbst positiv auf Ihre Erkrankung einwirken. Hier finden Sie einige Vorschläge für Änderungen Ihrer Lebensweise, die Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt möglicherweise empfiehlt:

Icon: Bluthochdruck

Behalten Sie Ihren Blutdruck im Blick

Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach dem Bereich, in dem Ihr Blutdruck liegen sollte.

Icon: Salzstreuer und Teelöffel

Salzarme Ernährung

Die Reduktion der Salzaufnahme auf etwa einen Teelöffel pro Tag kann den Blutdruck senken. Viel Salz steckt beispielsweise in Fertiggerichten.

Icon: Waage

Gewichtsreduktion bei Übergewicht

Wenn Sie übergewichtig sind, kann eine Gewichtsreduktion Ihre Nieren entlasten. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach einer geeigneten Ernährungsberatung.

Icon: Rauchfrei

Das Rauchen aufgeben

Rauchen kann bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung das Risiko für ein Nierenversagen erhöhen.

Icon: Gesunde Ernährung

Ernähren Sie sich gesund

Durch eine gesunde und auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Ernährung können Sie Ihren Cholesterinspiegel senken und somit Ihren Stoffwechsel, die Blutgefäße und damit auch die Nieren entlasten.

Icon: Bewegung im Alltag

Bleiben Sie aktiv

Mehr Bewegung im Alltag kann einfach sein: Gehen Sie wann immer möglich zu Fuß, nehmen Sie statt des Aufzugs die Treppe, parken Sie das Auto etwas weiter weg oder steigen Sie eine Station früher aus.

Icon: Medikamentenblister

Medikamente

Bevor Sie neue Medikamente einnehmen, sollten Sie sich immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt absprechen, um sicherzustellen, dass Ihre Nieren so nicht geschädigt werden. Das gilt auch für frei verkäufliche Schmerzmittel.

Achtung!
Eine geplante Gewichtsabnahme bei chronischer Nierenerkrankung sollte immer mit einer Nephrologin oder einem Nephrologen besprochen und von einer professionellen Ernährungsberatung begleitet werden.

Ernährung

Personen mit einer chronischen Nierenerkrankung sollten eine professionelle Ernährungsberatung in Anspruch nehmen, um ihre Ernährung individuell anzupassen. Folgende Maßnahmen können Ihnen dabei unter anderem empfohlen werden:1

  • Abwechslungsreiche und gesunde Ernährung mit überwiegend pflanzlichen Lebensmitteln

  • Verzicht auf hochverarbeitete Lebensmittel wie Softdrinks, Fast Food, Chips oder Fertiggerichte

  • Eine tägliche Proteinzufuhr von 0,8 g pro kg Körpergewicht

  • Weniger als 5 g Salz pro Tag (entspricht etwa einem Teelöffel)

Tipps für eine salzreduzierte Ernährung mit viel Geschmack:

  • Verwenden Sie keine Fertiggerichte

  • Verwenden Sie generell beim Kochen wenig Salz

  • Verwenden Sie frische Kräuter

  • Würzen Sie mit verschiedenen Essigsorten und Zitronen- oder Limettensaft

  • Nutzen Sie geschmacksintensive Öle

Frau und Mann kochen Spaghetti in der Küche

Was sollten Sie bei Getränken beachten

Für gesunde Erwachsene wird eine Trinkmenge von etwa 1,5 bis 2 Litern pro Tag empfohlen. In den Stadien 1 bis 4 einer chronischen Nierenerkrankung muss die Trinkmenge meist nicht eingeschränkt werden. Sobald eine Dialyse/Nierenersatztherapie notwendig ist, wird immer weniger Urin gebildet und die Flüssigkeit bleibt im Körper.2 
Die genaue Trinkmenge bei einer chronischen Nierenerkrankung wird individuell von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt festgelegt.

 

Worauf sollten Sie achten:

  • Am besten Wasser oder ungesüßte Getränke wie Tee trinken

  • Natriumarmes Wasser trinken, um den Salzkonsum zu reduzieren

  • Zuckerhaltige Limonaden, aber auch Light-Getränke vermeiden

  • Am besten keinen Alkohol konsumieren

Achtung!
Bei plötzlicher Gewichtszunahme könnte es sein, dass sich Wasser in Ihr Gewebe eingelagert hat. Wiegen Sie sich täglich, um Wassereinlagerungen im Körper frühzeitig zu bemerken. Sprechen Sie bei Fragen oder Unklarheiten bitte direkt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Chronische Nierenerkrankung und Auswirkungen auf die Psyche

Die Diagnose einer chronischen Nierenerkrankung kann viele Emotionen hervorrufen. Sie sind mit dieser Erkrankung nicht alleine und es gibt verschiedene Möglichkeiten für Unterstützung und Hilfe, wenn Sie sie benötigen.

Icon: Stress

Gefühle wie Wut, Angst und Verzweiflung oder auch Verdrängung sind nach einer lebensverändernden Nachricht nicht ungewöhnlich.

Jeder erlebt Phasen, in denen er sich niedergeschlagen fühlt. Dauert diese Phase jedoch länger als zwei Wochen an, sollten Sie mit Ihrem Behandlungsteam sprechen, um Hilfe zu bekommen.

Icon: Umarmung

Sprechen Sie mit Freunden oder der Familie über Ihre Erfahrungen.

Der Austausch kann helfen, das Erlebte zu verstehen, und trägt dazu bei, die Belastung zu verringern.

Icon: Informationen aus dem Internet

Online-Communitys und Selbsthilfegruppen können eine hervorragende Anlaufstelle für Informationen, Unterstützung und Beratung sein.

Das Gespräch mit anderen Menschen, die mit einer chronischen Nierenerkrankung leben, kann ebenfalls hilfreich sein.

Icon: Niedergeschlagenheit

Die Phase der Niedergeschlagenheit scheint nicht vorüberzugehen?

Sie sollten die Anzeichen für eine Depression nicht ignorieren, denn Ihre psychische Gesundheit ist äußerst wichtig und spielt eine große Rolle für Ihre Lebensqualität. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Behandlungsteam, welche Möglichkeiten der psychologischen Unterstützung zur Verfügung stehen.

Für weitere Informationen oder wenn Sie einfach nur reden möchten, gibt es verschiedene Beratungsstellen, die Ihnen Unterstützung anbieten können. Selbsthilfegruppen oder Beratungsdienste sind üblicherweise auch gut über das Internet zu finden.

Zum Bundesverband Niere e. V.

Behandlungsteam

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt und das Behandlungsteam können Sie auf Ihrem Weg mit einer chronischen Nierenerkrankung unterstützen und beraten.
Die Unterstützung kann je nach persönlichen Bedürfnissen variieren, umfasst aber im Allgemeinen:

  • Unterstützung und Beratung bei der medizinischen Versorgung

  • Information über Behandlungsmöglichkeiten

  • Bereitstellung von Hilfsmitteln und Ressourcen zur Unterstützung im Alltag

Das Leben mit einer chronischen Erkrankung der Nieren kann manchmal schwierig sein. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich in der Kommunikation mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sicher fühlen.
Folgende Tipps können für das Arztgespräch hilfreich sein:

Icon: Notizblock

Schreiben Sie sich vor dem Gespräch alle Fragen und Themen, über die Sie sprechen möchten, auf.

Icon: Themen besprechen

Sprechen Sie ehrlich über Ihre Erfahrungen und Bedenken. Auf diese Weise kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen am besten weiterhelfen.

Icon: Unterstüzung

Bringen Sie jemanden zum Termin mit. Eine zweite Person kann Sie unterstützen und helfen, den Überblick über alle Informationen zu behalten.

Referenzen

  1. Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) CKD Work Group. Kidney Int 2024; 105(4S): S117–S314.

  2. Deutsche Gesellschaft für Nephrologie. Ernährungsratgeber für Patienten. Abrufbar unter: https://www.dgfn.eu/ernaehrungsratgeber-fuer-patienten.html (letzter Aufruf April 2025).

Job-Nummer: PC-DE-115270

Materialstand: Mai 2025.