Typ-2-
Diabetes
verstehen
Diabetes
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Was ist Typ-2-Diabetes?
Unser Körper braucht Energie aus der Nahrung, um zu funktionieren. Diese Energie liefern unter anderem auch Kohlenhydrate. Diese werden beim Verdauungsvorgang in Zuckerbausteine (Glukose) zerlegt und gelangen über das Blut zu den Organen im Körper.
Wichtig für die Zuckerverwertung im Körper ist das Insulin. Dieses Hormon wird in der Bauchspeicheldrüse hergestellt. Es schließt die Zellen für den Zucker auf. Bei Typ-2-Diabetes stellt der Körper entweder nicht genügend Insulin her oder er kann das Insulin nicht richtig nutzen, was die Aufnahme von Zucker erschwert. Die Folge ist ein erhöhter Blutzuckerspiegel.
Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann negative Auswirkungen auf den Körper haben und sowohl die großen Blutgefäße des Herzens, des Gehirns und der Beine als auch die kleinen Blutgefäße können geschädigt werden. Als Folge dessen können dann letztlich auch Probleme mit den Augen, Nieren, Füßen und Nerven auftreten.
Typ-1-Diabetes hingegen ist eine sogenannte Autoimmunerkrankung, bei der das eigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse angreift und zerstört. Der Körper ist auf tägliche Insulinzufuhr von außen angewiesen.
So gelangt der Zucker in Ihre Körperzellen
Normaler Blutzucker:
Insulin schließt die Zellen für den Zucker auf. Indem der Zucker mithilfe des Insulins nun aus dem Blut in die Zellen gelangt, sinkt der Blutzuckerspiegel.
Typ-2-Diabetes:
Wenn das Zusammenwirken von Insulin und Körperzelle nicht funktioniert, kann das Insulin die Zelle für den Zucker nicht ausreichend öffnen. Deshalb bleibt der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht und es entsteht Typ-2-Diabetes.
Weltweit sind 537 Millionen Menschen von Diabetes betroffen.1
Wie entsteht Typ-2-Diabetes?
Es gibt viele Faktoren, die das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, erhöhen können.
Dazu gehören:
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Ungesunde Ernährung
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Bewegungsmangel
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Übergewicht
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Erbliche Veranlagung
Typ-2-Diabetes wird häufig mit Übergewicht und Bewegungsmangel in Verbindung gebracht. Diese Faktoren begünstigen die Entwicklung dieser Erkrankung, sind jedoch nicht die einzige Ursache. Wenn weitere Familienmitglieder erkrankt sind, könnte auch dies Ihr Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, deutlich erhöhen.
Anzeichen und Symptome
Typ-2-Diabetes bleibt zunächst oft unbemerkt und die Erkrankung wird meist erst durch weitere Folgeerkrankungen entdeckt. Es gibt jedoch Anzeichen für zu hohe Blutzuckerwerte:
Häufiges Wasserlassen
Ein erhöhter Blutzuckerspiegel kann einen harntreibenden Effekt haben. Dies trifft vor allem nachts zu.
Starker Durst
Durch die vermehrte Harnproduktion verliert der Körper viel Wasser und ein starkes Durstgefühl kann einsetzen.
Starke Müdigkeit
Eine Begleiterscheinung der Blutzuckerschwankungen ist oft eine starke Müdigkeit. Diese kann auch auf einen dadurch bedingten Nährstoffmangel zurückgeführt werden.
Unerwarteter Gewichtsverlust
Dieser kann durch die mangelnde Fähigkeit des Körpers, Zucker und Nährstoffe aufzunehmen, entstehen.
Langsame Wundheilung
Durchblutungsstörungen und ein Ungleichgewicht in den dabei beteiligten Immunzellen können die Wundheilung verlangsamen.
Sehstörungen
Wassereinlagerungen in der Augenlinse, eine Netzhauterkrankung oder Veränderungen an den kleinen Blutgefäßen können das Sehvermögen beeinträchtigen.
Diagnose
Besteht der Verdacht auf Typ-2-Diabetes, gibt es verschiedene Möglichkeiten, dies zu überprüfen. Im Folgenden werden die drei häufigsten Diabetestests vorgestellt – sehr wahrscheinlich wurde auch bei Ihnen einer dieser Tests durchgeführt.
1. Nüchternblutzucker-Test
Dieser Test misst den Zuckergehalt im Blut morgens vor der ersten Nahrungsaufnahme. Die Blutentnahme erfolgt also nüchtern. Diabetes = ab 126 mg/dl (= 7 mmol/l)
2. HbA1c-Wert – das „Blutzuckergedächtnis“
Der HbA1c-Wert lässt Rückschlüsse auf die Blutzuckerwerte der letzten zwei bis drei Monate ziehen und zeigt, ob eine Diabetestherapie wirksam ist. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt legt den HbA1c-Zielwert, der mit Ihrer Diabetestherapie erreicht werden soll, mit Ihnen zusammen individuell fest. Diabetes = ab 6,5 %
(= 48 mmol/mol)
3. Oraler Glukosetoleranz-Test (OGTT)
Mit diesem Test wird gemessen, wie schnell eine bestimmte Menge Zucker aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen wird. Hierzu wird auf nüchternen Magen eine Zuckerlösung getrunken. Der Blutzucker wird vor dem Trinken und nach Ablauf von zwei Stunden gemessen. Diabetes = ab 200 mg/dl nach 2 Stunden (= 11,1 mmol/l)
Therapiemöglichkeiten
Zur Therapie des Typ-2-Diabetes stehen viele verschiedene Medikamente zur Verfügung.
Jedes Medikament hat eine andere Aufgabe bei der Behandlung Ihrer Erkrankung. Nehmen Sie daher Ihre Medikamente so ein, wie es Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfohlen hat.
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Metformin
Verringert die Glukosemenge im Blut und hilft dem vom Körper produzierten Insulin, effektiver zu arbeiten -
SGLT2-Hemmer (natriumabhängige Glukosetransporter-2-Hemmer)
Helfen den Nieren, überschüssige Glukose über den Urin auszuscheiden, und verringern so die Glukosemenge im Blut -
GLP-1-Rezeptoragonisten oder GLP-1-Analoga (Glucagon-like-peptide-1)
Steigern die Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse und verringern so die Glukosemenge im Blut -
DPP4-Hemmer (Dipeptidyl-Peptidase-4-Hemmer)
Blockieren das Enzym DPP4. Diese Hemmung hilft dem Körper, den Insulin- und Glukosespiegel zu regulieren -
Sulfonylharnstoffe
Verringern die Glukosemenge im Blut, indem die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin produziert -
Insulin
Unterstützt das körpereigene Insulin dabei, die Glukosemenge im Blut zu verringern
Um Ihren Blutzucker zu kontrollieren, wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen raten, Ihren Lebensstil zu ändern, z. B. Ihre Ernährung umzustellen oder regelmäßig Sport zu treiben. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt erstellt den für Sie am besten geeigneten Behandlungsplan. Bei Fragen zur Therapie des Typ-2-Diabetes können Sie sich an Ihr Behandlungsteam wenden.
Folgeerkrankungen
Welche Folgen kann ein dauerhaft erhöhter Blutzucker für Ihren Körper haben?
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Gehirn
Erhöhtes Schlaganfallrisiko -
Augen
Schädigung des Sehvermögens, Erblindung -
Herz
Herzinfarkt, Herzschwäche -
Nieren
Funktionseinschränkung, Funktionsverlust,
Dialyse/Nierenersatztherapie -
Fingerspitzen
Gefühlsverlust -
Füße
Gefühlsverlust, Diabetisches Fußsyndrom: verringertes Schmerzempfinden und schlecht abheilende Wunden
Referenzen
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International Diabetes Federation. IDF Diabetes Atlas 2021, 10th edition. Abrufbar unter: www.diabetesatlas.org (letzter Aufruf April 2025).
Job-Nummer: PC-DE-115264